Jedermann muß einmal sterben

Eine Bearbeitung des Jedermann-Motivs. Ein Wirtschaftsdrama mit Augenzwinkern, gereimt, geschüttelt und gerührt. Spielbar ab 3 Personen. Kulturell wertvoll und entstanden in Kooperation mit dem Theaterhof 19 in Oldenburg. Zu meiner großen Freude erfolgreich und immer noch gespielt.

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Pressestimme zur Premiere

Hier wird scharf auf Klassiker geschossen

Kabarettist Sven Kemmler schrieb die gelungene Vorlage.
Die kluge Regie von Rinus Knobel rundete das Drama ab.

Oldenburg – Peng, peng! Zwei Schüsse schnellen bei absoluter Dunkelheit auf ihr Ziel. Ist Jedermann jetzt tot? Man weiß es nicht. Aber das ist auch nicht entscheidend. Fest steht, dass die moderne Version des klassischen Stoffes im Theaterhof/19 ein echter Knaller ist.

Kabarettist Sven Kemmler lieferte den Text in Versform. Der ist tagesaktuell, politisch, oft ironisch. Sein Jedermann ist Manager. 70 000 Mitarbeiter hat er unter sich. Er trägt Verantwortung, ist verheiratet, hat zwei Kinder. Aber er ist auch ein „von Macht besoffenes“ Schwein. Seinen alten Schulfreund schmeißt er aus der Firma. Einen Zulieferer treibt er in den Ruin. Der zückt die Waffe. Jedermann sagt: „Wenn das hier Theater wäre, wärst du jetzt der Tod.“

Anspielungen auf die Vorlage von Hugo von Hofmannsthal, die seit 1920 jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen gezeigt wird, gibt es zuhauf. Auch diese Geschichte handelt vom Sterben des reichen Mannes. Aber der neue Jedermann lebt im Hier und Jetzt, wird mit einer Waffe bedroht und soll binnen einer Stunde jemanden finden, der mit ihm stirbt.

Burkhard Forstreuter, Gast aus Kopenhagen, gibt einen brillanten Jedermann ab, der flucht, brüllt und fleht. Um ihn herum schlüpfen Karin Winkler von der Bremer Shakespeare Company und Dieter Hinrichs vom Theaterhof/19 am Rand der schwarzen Bühne immer wieder in neue Rollen. Winkler ist verführerische Geliebte, frustrierte Ehefrau, strenge Mutter. Sie ist personifizierter Ehrgeiz, Versagen und Angst. Und sie ist gut. Ebenso Hinrichs, der schon bei „Top Dogs“ seine Wandelbarkeit unter Beweis stellte.

Am Ende der Vorstellung lässt der Autor einen Brief verlesen. „Was für eine Woche“, steht darin. „Wir haben eine neue Regierung und ein neues Theaterstück.“ Und zwar ein hervorragendes.

Simone Wiegand, Nordwest-Zeitung, 26. November 2005

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