Kabarett
Zu „MoralCarpaccio“
„Da ist zum einen der Moralist Sven Kemmler, der gerne seine herzzerreißende Geschichte vom Leben und Sterben des Kongolesen Jonas Sawimbi erzählen möchte. Da ist zum anderen der kühl kalkulierende Manager Sven Kemmler, der für die Gage zuständig ist und ersteren daran erinnert, dass das Publikum ‘unterhalten’ werden und keine moralinsauren Schicksalsstories hören möchte. Wie sich die beiden Figuren im Verlauf des Abends immer wieder gegenseitig in die Parade fahren, ist aller Ehren wert. Und bringt letztlich das hervor, was Kemmler privatpolitisches Kabarett nennt: Politisch brisante Themen, von der Wirtschaftskrise über Panzerverkäufe an Saudi-Arabien bis zur Krise der FDP, werden gekonnt angerissen, die Conclusio jedoch wird verweigert. (…) Höhepunkte des Programms: Das Gedicht ‘Vorglühen’ mit dem weisen Reim ‘Sich besaufen, um sich dann zu betrinken, ist wie zur Begrüßung schon Abschied zu winken.’ Sowie der sinnfreie Auftritt des Samurais Yamamoto, der uns den Pumuckl ‘erklärrt’: ‘Der Pmuckl libe die Schmütz.’ Und die Moral von der Geschicht: Verpasst mir den Sven Kemmler nicht!“ Weiterlesen →
Florian Welle, Süddeutsche Zeitung, 23.09.2011
„Das Ergebnis ist ein ‘MoralCarpaccio’, serviert in der Lach- und Schießgesellschaft: hauchdünn geschnittene Scheiben aus Kant und Rousseau, gelb-schwarzer Koalition und Bankwesen, Derrick und Helmut Schmidt, gereicht an einem leckeren Dressing aus eloquentem Kabarett und übermütiger Klassenclownerie.“
Mathias Hejny, Abendzeitung München
„Kemmlers Auftritt als philosophierender Hagakure, der an Hand des ‘Ha-Pumuckele’ (Pumuckl) für die sanfte Art von Rache wirbt, gehört zum Komischsten, was in den letzten Jahren auf einer Brettl Bühne zu sehen war.“
Thomas Lochte, Starnberger Merkur
Zu „Schottendicht“
„Was für ein herrlicher Quatsch! ‘Schottendicht – ein Feldzug wider die Tristesse’ mit den Highlandern Hannes ‘Angus’ Ringlstetter, Jochen ‘Ian’ Malmsheimer, Mathias ‘Malcolm’ Tretter und Sven ‘Stuart’ Kemmler – bei der Besetzung kann ja nichts mehr schief gehen, ganz egal, was die Burschen anstellen. Diesem Quartett könnte man endlich mal die oft zitierte Lesung aus dem örtlichen Telefonbuch anvertrauen. (…) Geblieben ist auch Kemmlers zeitlose Sentenz über die Unsitte des sogenannten Vorglühens: ‘Betrunken zur Wiesn zu gehen, ist wie Selbstmord, um dem Tod zu entgehen.’“ Weiterlesen →
Thomas Becker, Süddeutsche Zeitung, 19. April 2011
Zu „Endlich“
„Der Mann ist wie Käse, der noch ein Jahr reifen muss. Dann wird sich jeder Sterne-Koch darum reißen, wenn die Vielfalt der Aromen sich gerundet hat, die Form stimmt, der Inhalt ausgewogen ist. Die Rede ist vom Kabarettisten Sven Kemmler, der in absehbarer Zeit zu den ganz Großen der Szene zählen wird.“ Weiterlesen →
Barbara Welter, TZ München, September 2008
„Die Handlung eröffnet eine riesige Spielwiese an Themen: Hier weist der Experte am Modell des Schwarzen Lochs nach, warum alle Millionäre unglücklich sind; dort denkt der Killer darüber nach, dass Unmenschlichkeit menschlich sei. Die Welt den Kindern und den Clowns zu überlassen bedeute, dass „unangepasste Raubtiere auf angemalte Soziopathen“ treffen. Sven Kemmler hat einen beglückend intelligenten Text geschrieben.“ Weiterlesen →
Mathias Hejny, Münchner Abendzeitung, 18. September 2008
„Von der Bühne sprühen derweil unentwegt Wortwitz und Ideen in solchem Tempo, dass mitunter kaum noch Platz für das Gelächter bleibt. Und zwischendrinn sogar eine zarte Poesie, in der endlich eben auch als Vergänglichkeit begreifbar wird. (…) Gemeinsam gelingt es Kemmler und Hermann also, das große Thema Glück zwischen brachialen Figuren doch ganz zärtlich und poetisch in die Zange zu nehmen. Das ist ebenso klug wie komisch – und macht ganz augenscheinlich das Publikum weit über das Ende der Vorstellung hinaus glücklich.“ Weiterlesen →
Grög! in seinem Kultur-Tagebuch, 18. September 2008
„Was dem Profikiller die Patronen, das sind dem Kabarettisten die Worte.“
Martina Jordan, Main-Echo, 4. Oktober 2010
„Eine bitterböse Abrechnung“
Rosemarie Tillessen, Südkurier, 11. Oktober 2010
Zu „Krieg! Eine komische Untersuchung“
„‘Krieg! Eine komische Untersuchung’ heißt ihr Programm. Bedeutet konkret: Alle Geschütze pro Krieg fliegen den Angreifern postwendend um die eigenen Ohren. Manche besitzen eine schwächere, manche eine stärkere Lachtrefferwirkung. Ähnliches gilt für die Kollateralschäden beim Zuhörer.“ Weiterlesen →
Florian Welle, Süddeutsche Zeitung, 9. Mai 2011
Regie/Autor
Zu „Fake! – Echtes mit Ecco“
„Regisseur Sven Kemmler, mit dem Meineke auch bei der Lach- und Schießgesellschaft zusammenarbeitet, ist es gelungen, den brillanten Texter Meineke mit dem großen Entertainer Ecco aufs Unterhaltsamste zu verschmelzen.“ Weiterlesen →
Thomas Becker, Süddeutsche Zeitung
Zu „Die große Cello Mafia Radio Show“
„Bomben bauen, Pointen zünden, Genre-Grenzen sprengen: Auch in ihrem neuen Musicomedy-Programm gibt sich die Cello Mafia wieder ihren Lieblings-Leidenschaften hin. Kabarettist Sven Kemmler hat ihnen ‘Die große Cello Mafia Radioshow’ auf die Leiber geschrieben – eine absurde Farce, in der die fünf Mafiosi nach der Weltherrschaft streben: Sie träumen davon, sämtliche Steuern durch eine Schutzgeldpauschale zu ersetzen. Zu diesem Zweck besetzen sie einen Radiosender und wollen die Bevölkerung mit eigens produzierten Nachrichten, Werbespots und Seifenopern unterwandern. Doch die Revolution scheitert, und die Putschisten müssen im Vatikan untertauchen – sie mutieren von Guerillas im Nebel zu einer munter musizierenden Sixtinischen Kapelle. Kurz: Das Ganze ist ein Riesenblödsinn, an dem vermutlich auch Karl Valentin seine helle Freude gehabt hätte.“ Weiterlesen →
Marco Schmidt, Münchner Merkur, 25. März 2011
Zu „Jedermann muß einmal sterben“
„Kabarettist Sven Kemmler lieferte den Text in Versform. Der ist tagesaktuell, politisch, oft ironisch. Sein Jedermann ist Manager. 70 000 Mitarbeiter hat er unter sich. Er trägt Verantwortung, ist verheiratet, hat zwei Kinder. Aber er ist auch ein ‘von Macht besoffenes’ Schwein. Seinen alten Schulfreund schmeißt er aus der Firma. Einen Zulieferer treibt er in den Ruin. Der zückt die Waffe. Jedermann sagt: ‘Wenn das hier Theater wäre, wärst du jetzt der Tod.’ (…) Am Ende der Vorstellung lässt der Autor einen Brief verlesen. ‘Was für eine Woche’, steht darin. ‘Wir haben eine neue Regierung und ein neues Theaterstück.’ Und zwar ein hervorragendes.“ Weiterlesen →
Simone Wiegand, Nordwest-Zeitung, 26. November 2005
