Unbeschreibliches trug sich zu am 14. April 2011 im Lustspielhaus. Ein Abend, den zu besingen mir eine Freude wäre, wenn ich stimmlich die Möglichkeit dazu hätte. Es wurden Freundschaften geschlossen, Whisky gereicht, Tränen gelacht, Unsinn getrieben, Röcke gelupft und es endete mit einem Guiness. Highlandherz, was willst du mehr? An dieser Stelle noch mal ganz heißen Dank an Angus, Iain, Malcolm, Wicked, Till, das Lustspielhaus und seine Crew, das Vereinsheim und seine Crew, Fred und Randy vom Tara Whiskyshop, Donald von Kilts & More und allen, die den Mut hatten, sich auf diesen Abend einzulassen.
Ganz besonders schön: Es wurde darüber hinaus zu einem Manifest wider dem Kommerz. Trotz zahlreicher Angebote, den Abend zu wiederholen, wurde seitens der Teilzeitschotten beschlossen, es bei der Einmaligkeit zu belassen. Es muss jedoch gewarnt werden: Es könnte zu gegebener und gebotener Zeit zu einem Abend zu Ehren anderer Länder oder Getränke kommen. Slainthe, Stuart
P.S.: Anbei noch eine Zusammenfassung des Abends von Thomas Becker in der Sueddeutschen Zeitung.
Trunken vor Glück
‘Schottendicht’ im Lustspielhaus
München – Was für ein herrlicher Quatsch! ‘Schottendicht – ein Feldzug wider die Tristesse’ mit den Highlandern Hannes ‘Angus’ Ringlstetter, Jochen ‘Ian’ Malmsheimer, Mathias ‘Malcolm’ Tretter und Sven ‘Stuart’ Kemmler – bei der Besetzung kann ja nichts mehr schief gehen, ganz egal, was die Burschen anstellen. Diesem Quartett könnte man endlich mal die oft zitierte Lesung aus dem örtlichen Telefonbuch anvertrauen. An diesem Abend also Schottland, ergo: alle Mann im Kilt. Großes Gejohle in der Lustspielhaus-Fangemeinde. Nebenan im Vereinsheim – wo sonst? – ist der Abend aus einer Bier- und Whisky-Laune heraus entstanden. Premiere und Derniere in einem, sozusagen ein einmaliger Abend, inklusive Whisky-Bar an der Bühne.
Um Schottland geht es in den zweieinhalb Stunden mal mehr und mal weniger, aber wenn, dann natürlich vor allem um des Schotten Verhältnis zum Alkohol. Was soll man sagen? My goodness! Bis auf Ringlstetter machten alle Bekanntschaft mit diesem Phänomen und lassen das Publikum nun daran teilhaben, jeder auf seine Weise: Tretter mit brillanter Erzählkunst und guter Beobachtungsgabe, Malmsheimer mit seiner brachialen Deklamierwucht und Kemmler mit seiner schon berüchtigten Kunst der sehr freischwebenden Assoziationskette: Bond, Beckenbauer, Burns. Ringlstetter singt ein Liebeslied, bittet dafür aber von den Kollegen um schottische Wiesen-Sounds, also Schafblöken, was Malmsheimer verdächtig gut drauf hat.
Leider kann man sich nicht mal ein Zehntel der von Tretter runtergerasselten schottischen Begriffe für ‘betrunken’ merken (Favoriten: drunk as a skunk sowie blitzkrieged), geschweige denn sie so wunderbar scottish aussprechen wie Slang-König Kemmler. Immerhin wissen wir nun, dass der Schotte durchaus differenziert zwischen ‘betrunken’ und ‘großflächig ausgebombt’. Geblieben ist auch Kemmlers zeitlose Sentenz über die Unsitte des sogenannten Vorglühens: ‘Betrunken zur Wiesn zu gehen, ist wie Selbstmord, um dem Tod zu entgehen.’ Und dass zum Finale alle ‘Auld Lang Syne’ singen, versteht sich ja wohl von selbst.
Thomas Becker, Süddeutsche Zeitung, 19.4.2011

